Porträts-2021: Fatma Seher

Fatma Seher

Dieser eher umgangssprachliche Name wurde erstmals im Jahr 1806 für die mutige Frau eines kurdischen Stammesherrn verwendet. Es gibt somit mehrere Biografien, von denen leider die Mehrzahl mit der Zeit verloren gegangen oder gar festgehalten ist. Doch über eine unter ihnen wissen wir heute mehr: Fatma Seher (auch bekannt als Kara Fatma). Sie war die erste Offizierin in der türkischen Geschichte.

Ihr Interesse an den Gewehren ihres Vaters und ihr Freiheitsgeist zeigten sich bereits in ihrer Kindheit. Sie war schon damals „anders“ als die anderen Töchter. Später nach dem Tod ihres Mannes setzte sie jenen Weg, der für Frauen als gefährlich angesehen wurde, fort. Während sie selbst zu Zeiten der Balkankriege ein Leben unter armen Bedingungen führte, behandelte sie Kriegsversehrte und organisierte Frauengruppen nach ihren individuellen Fertigkeiten. Sie zog von einer zur anderen Front und erhielt zunächst den Orden zur Unteroffizierin und später den der Leutnantin. Ihr Einkommen als Oberleutnantin spendete sie dem Roten Kreuz der Türkei.

Für die (damalige) Gesellschaft verdeutlicht(e) ihr Erfolg, dass eine Frau und ein Mann nicht nur an der selben Front gemeinsam ein Land retten können, sondern auch von den gleichen Rechten profitieren sollen.

Den Beinamen „Kara Fatma“ erhielt Fatma Seher durch die bewundernde Aussage Atatürks während ihrer persönlichen Konversation. Das Wort „kara“, was im Türkischen wortwörtlich „dunkel“ oder „düster“ heißt, wird im metaphorischen Sinne als „couragiert“ interpretiert.

Die einst arnerkannte Nationalheldin lebte in ihren letzten Jahren aufgrund vermeintlich fehlender Unterlagen ohne jegliche staatliche Absicherung.

Für uns ist es heute somit umso wichtiger, die Vergangenheit zu reflektieren.
Denn nur wenn wir uns an die Geschichte erinnern, können wir unsere Gegenwart lenken.

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