Geboren wurde Tuğçe am 28.11.1991 als Tochter türkischer Eltern in Bad Soden-Salmünster, Hessen. Nach ihrem Abitur an der Kinzig-Schule in Schlüchtern, studierte sie die Fächer Deutsch und Ethik auf Lehramt an der Justus Liebig-Universität in Gießen.

Jung und voller Pläne für eine Zukunft als Lehrerin endete ihr Leben viel zu früh und auf eine grausame Art. Auf dem Parkplatz eines Fastfood-Restaurants in Offenbach kam es in der Nacht zum 15. November 2014 zum Streit zwischen Sanel M. und seinen Kumpels und Tuğçe Albayrak und ihren Freundinnen. Den Angaben der Medien zufolge besuchte Tuğçe mit ein paar Freundinnen gegen 3 Uhr morgens die McDonald’s-Filiale in Offenbach. Ihre Freundinnen gaben später bekannt, dass Tuğçe zwei Mädchen zur Hilfe geeilt ist, die im Toilettenbereich von männlichen Jugendlichen bedrängt worden seien. Tuğçe habe die beiden in Schutz nehmen wollen, woraufhin der Konflikt eskaliert sei. Als Tuğçe mit ihren Freundinnen das Restaurant verlassen wollten, begegneten sie dem Täter Sanel M. auf dem Parkplatz, der – wie man den Aufnahmen der Sicherheitskameras entnehmen kann – sichtlich aggressiv war. Zu erkennen ist, dass der 18-Jährige der Studentin einen Schlag gegen ihren Kopf verpasste, woraufhin Tuğçe zu Boden stürzte und ins Koma fiel. Zwei Wochen später stellen die Ärzte den Hirntod fest. An ihrem 23. Geburtstag, am 28.11.2014 wurden die lebenserhaltenden Maschinen abgeschaltet.

Am 16. Juni 2015 wurde Sanel M. zu drei Jahren (!) Jugendstrafe wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt. Davon saß er lediglich weniger als zwei Jahre in Deutschland ab, bevor er im April 2017 nach Serbien abgeschoben wird.

Der Tod von Tuğçe löste eine Welle der Anteilnahme aus. Der Vorfall eröffnete in Deutschland eine öffentliche Diskussion über Jugendkriminalität, aber auch über Zivilcourage, für die Albayrak zu einer Symbolfigur wurde. Tuğçe Albayrak wurde am 3. Dezember 2014 auf dem Friedhof in Bad Soden-Salmünster beigesetzt. Aufgrund ihrer Bereitschaft zur Organspende sei – so ließen die Angehörigen über soziale Medien wissen – bei zwei Patienten die Lebensqualität erheblich verbessert und drei weiteren in akuter Lebensgefahr geholfen worden.

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