Harriet Tubman (1820-1913) riskierte als Fluchthelferin mehrmals ihr eigenes Leben, um das Leben anderer Menschen zu retten und sie aus der Sklaverei zu befreien. Das alles tat sie trotz ihrer Behinderung und all den Wiederständen, die eine afroamerikanische Frau im Amerika des 19. Jahrhunderts erlebte. 

Harriet Tubman kam im Jahre 1820 auf einer Plantage in Maryland im Süden der USA zur Welt, wo sie bereits mit nur sechs Jahren zur Arbeit als Sklavin gezwungen wurde. Von diesem Zeitpunkt an bestimmten Gewalt und Misshandlungen ihr Leben. Im Teenager-Alter wurde sie sehr schwer am Kopf verletzt. Ein weißer Plantagen-Aufseher warf ein Eisengewicht nach einem Sklavenjungen, traf jedoch Tubman am Kopf. Von da an beeinträchtigten Schlaganfälle und Halluzinationen sie für den Rest ihres Lebens. Als sie später erfuhr, dass ihre Besitzer sie verkaufen wollten, entschied sie sich zu fliehen.  Mit 27 Jahren schaffte sie es schließlich, sich aus der Leibeigenschaft zu befreien. 

Nach ihrer Flucht arbeitete Tubman für die „Underground Railroad“ – ein informelles Schleusernetzwerk, welches die Flucht von schwarzen Sklaven aus den Südstaaten der USA in die sicheren Nordstaaten organisierte. Während dieser Zeit kehrte sie insgesamt 13 Mal zurück in die Gebiete, in denen Sklaverei weiterhin erlaubt war und rettete hunderten Menschen das Leben. Als im Jahre 1861 der Amerikanische Bürgerkrieg zwischen den Nordstaaten und den Südstaaten ausbrach, arbeitete Tubman als Spionin und Kundschafterin für die Truppen der Nordstaaten und pflegte als Krankenschwester verwundete Soldaten. Hierfür erhielt Harriet Tubman nie eine Vergütung. Und obwohl sie selber in Armut lebte, schenkte sie ein Teil ihres Grundstücks, um ein Altersheim für bedürftige Schwarze zu errichten. Dort verstarb sie im Alter von 93 Jahren. Ihre letzten Worte waren: „Ich gehe, um einen Ort für euch vorzubereiten“. 

Harriet Tubman ist eine der bekanntesten Fluchthelferinnen der amerikanischen Geschichte und war eine zentrale Figur im Kampf gegen die Sklaverei. Sie kämpfte mit sehr viel Mut und Ehrgeiz für die Rechte von Afroamerikanern und gilt als eine berühmte Freiheitskämpferin.

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