Da die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus durch menschlichen Kontakt verursacht wird, hat die Reinigung und das Reinhalten unserer Hände an Priorität gewonnen. Der Kampf gegen die Covid-19-Pandemie hat zum plötzlichen Anstieg der Popularität besonders von einem Mittel geführt: das Händedesinfektionsmittel.

Rund 80% aller Infektionskrankheiten werden durch den persönlichen Kontakt zu Infizierten oder durch die Berührung verunreinigter Gegenstände übertragen. Insbesondere die Keime auf unseren Händen gelangen problemlos über die Schleimhäute in Mund, Nase oder Augen in unseren Körper und verursachen eine Infektion. Das gründliche Händewaschen kann die Ansteckung vorbeugen, jedoch ist die Möglichkeit nicht immer gegeben: ca. 31% in Deutschland waschen sich die Hände, wenn sie in die Hand gehustet oder die Nase geputzt haben; 46%, wenn sie von draußen nach Hause kommen. Das Desinfektionsmittel auf Gelbasis gehört heute zur praktischsten Art, die Hände zu jederzeit und überall von Bakterien und Viren zu befreien. 

Die Geschichte des Händedesinfektionsmittels hat ihren Ursprung im Jahr 1966 in Bakersfield (Kalifornien), als eine lateinamerikanische Krankenschwester, Lupe Hernández, eine desinfizierende Alkohollösung in Gelform zu entwickeln begann. Ähnlich wie heute war Hernández besorgt über die Verfügbarkeit von Wasser und Seife für medizinische Fachkräfte, bevor sie mit Patienten in Kontakt kamen. Sie erkannte, dass eine Alternative zur Sterilisation darin bestehen könnte, Alkohol in eine Gelform zu transformieren. Sie merkte schnell, dass die Idee auch ein kommerzieller Erfolg werden könnte und rief eine Erfindungs-Hotline an, auf die sie im Fernsehen gestoßen war, um die Idee zu patentieren. Die Erfindung des Händedesinfektionsmittels bildet die Grundlage für die heutigen Hygienestandards in allen Bereichen, in denen sie unerlässlich ist: Gesundheitswesen, Gastronomie, Bildungsstätten oder im Privathaushalt. 

Es gibt bedauerlicherweise nur sehr wenige Informationen über das Leben von Hernández. Tatsächlich ist nicht bekannt, ob sie heute noch lebt. Trotzdem wird Hernández in der zweiten Ausgabe des „The Growth and Development of Nurse Leaders“ – ein Buch über professionelle Pflege und Führung – als Erfinderin des Händedesinfektionsmittels erwähnt. In der Gesamtbetrachtung hat Hernández somit einen großen Beitrag zur Einhaltung lebenserhaltender Maßnahmen geleistet.

Es ist nicht überraschend, dass eine Latina aus der Geschichte geschrieben wird, aber es weckt Hoffnung, zu sehen, dass sie ein wenig Anerkennung findet, wenn auch zu spät. Über 50 Jahre später schützt Lupe Hernández immer noch zahlreiche Menschenleben vor drohenden Infektionen. 

https://www.theguardian.com/society/2012/may/13/do-we-really-need-hand-sanitisers

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