Ablauf eines Fastenbrechens

Fasten, Fastenbrechen, Ramadan und Iftar – Begriffe, die viele kennen, deren tiefere Bedeutung jedoch oft verborgen bleibt. Wie gestalten Muslim:innen diesen besonderen Monat, und welche Traditionen prägen ihr tägliches Leben in dieser Zeit?

Diese Zeit wird nochmal besonders dadurch, dass auch der Beginn der christlichen Fastenzeit mit dem Aschermittwoch in die gleiche Zeit fällt. 

Um ihre Einblicke auf authentische Weise erlebbar zu machen, öffnen zahlreiche muslimische Familien in Berlin ihre Türen. Sie laden zu einem besonderen Abend ein, der Genuss, Austausch und kulturelle Begegnung miteinander verbindet. Dabei erleben Besucher:innen nicht nur ein liebevoll zubereitetes Essen, sondern auch die gelebte Gastfreundschaft und die Atmosphäre gemeinsamer Rituale. 

Forum Dialog möchte mit der Aktion „Sharing Ramadan“ auch dieses Jahr unter dem Motto “Begegnen. Teilen. Verbinden.” genau solche Momente fördern. Die Teilnahme ist einfach: Nach der Anmeldung paaren wir Sie mit einer muslimischen Familie aus Berlin, die Sie zum Fastenbrechen einlädt. 

Für alle Fragen, Anmerkungen und Teilnahmewünsche am Fastenbrechen können Sie uns unter sharingramadan(at)forumdialog.org erreichen.

gemeinsames fastenbrechen merkzettel

Häufige Fragen

Was ist Sharing Ramadan?

Die Aktion „Sharing Ramadan“ ist eine Initiative des Forum Dialog, die darauf abzielt, das Miteinander und den interkulturellen Austausch zu fördern. Dabei werden nicht-muslimische Menschen eingeladen, das Fastenbrechen (Iftar) während des Ramadan gemeinsam mit muslimischen Familien zu erleben.

Was erwartet mich beim gemeinsamen Fastenbrechen?

An diesem Abend erwartet Sie eine herzliche erste Begegnung in einer warmen, familiären Atmosphäre. Gemeinsam mit den Gastgeber:innen genießen Sie ein liebevoll zubereitetes Iftar-Essen und lernen dabei eine besondere Tradition des Monats Ramadan kennen. Nach dem Hauptgang dürfen sich die Besucher:innen auf leckere Desserts freuen, die den Abend genussvoll abrunden. In entspannter Runde bleibt anschließend Zeit für Gespräche bei schwarzem Tee oder türkischem Kaffee. Als kleine, schöne Tradition gehört auch die Zahnmiete dazu – ein kleines Geschenk, das den Abend bereichert und den Gedanken der Gastfreundschaft und des Miteinanders unterstreicht.

Was versteht man unter dem „Verzichten“ im Monat Ramadan?

Ramadan ist ein Monat des bewussten Verzichts, doch worauf verzichtet man eigentlich? Häufig wird der Fokus zunächst auf den Verzicht auf Essen und Trinken gelegt, der für Muslim:innen eine zentrale Bedeutung hat. Dieser körperliche Verzicht ist jedoch nur ein Teil des Ganzen. Darüber hinaus geht es darum, schlechte Angewohnheiten, unreine Gedanken sowie überflüssige weltliche Beschäftigungen zu meiden. Ziel ist es, dem oftmals mechanischen und banalen Alltagshandeln einen tieferen Sinn zu verleihen und Selbstverständlichkeiten wie Zeit, Gesundheit und Wohlstand wieder bewusster und mit Dankbarkeit wahrzunehmen. Aus diesem Grund enthalten sich Muslim:innen während des Ramadans verstärkt weltlicher Ablenkungen und wenden sich intensiver der Spiritualität, dem Gebet und der inneren Reflexion zu.

Wie wirkt sich Ramadan auf die Fastenden aus?

Der Monat Ramadan schafft zugleich Raum für Neuanfänge und die Entwicklung einer achtsameren Alltagsroutine, die außerhalb dieser Zeit häufig vernachlässigt wird. Der Verzicht beschränkt sich dabei nicht nur auf äußere Handlungen, sondern betrifft vor allem das eigene Verhalten und die innere Haltung. Viele Menschen nehmen sich bewusst vor, mehr zu lesen – insbesondere den Koran als heiliges Buch der Muslime –, auf ihre Wortwahl zu achten, nicht schlecht über andere zu sprechen und respektvoller mit ihrem Umfeld umzugehen. Auch soziale Beziehungen rücken stärker in den Fokus: geliebte Personen werden besucht, Verwandte angerufen und familiäre sowie freundschaftliche Bindungen gepflegt. Ramadan wird dadurch zu einer Phase der Selbstdisziplin, Selbstreflexion und bewussten Rückbesinnung auf Werte, die idealerweise über diesen Monat hinaus im Alltag verankert bleiben.

Was passiert, wenn ich zu einem vereinbarten Termin nicht kommen kann?

Falls Sie den Termin nicht wahrnehmen können, informieren Sie uns bitte so früh wie möglich unter sharingramadan@forumdialog.org, damit wir entsprechende Änderungen vornehmen können.

An wen kann ich mich bei weiteren Fragen wenden?

Für alle Fragen, Anmerkungen oder Wünsche können Sie uns jederzeit unter sharingramadan@forumdialog.org erreichen. Wir sind gerne für Sie da!

Anmeldung fürs Fastenbrechen

Das gemeinsame Fastenbrechen (Iftar) ist weit mehr als nur eine Mahlzeit; es ist ein Moment der Herzlichkeit, der Besinnung und der Gemeinschaft. Bei Ihren Gastgebern erwartet Sie eine offene, familiäre Atmosphäre, ein mit Liebe zubereitetes Essen und Zeit für gute Gespräche bei Tee oder türkischem Kaffee.

Jeder Fastentag endet exakt mit dem Sonnenuntergang (siehe Tabelle unten). Dieser Zeitpunkt gibt den Takt für das Abendessen vor. Da der Sonnenuntergang in dieser Jahreszeit oft noch vor dem klassischen Feierabend liegt, bieten wir Ihnen zwei Möglichkeiten an, damit Sie den Abend stressfrei genießen können:

Option 1: 

Sie treffen ca. 10 Minuten vor Sonnenuntergang bei der Familie ein. So erleben Sie die besondere Stimmung der Vorfreude und beginnen das Essen pünktlich gemeinsam mit Ihren Gastgebern, sobald die Sonne untergegangen ist.

Option 2: 

Sie treffen ca. 15 Minuten nach dem Sonnenuntergang bei der Familie ein. Ihre Gastgeber brechen ihr Fasten zum Sonnenuntergang zunächst traditionell mit einer Kleinigkeit (z. B. Datteln und Wasser) und verrichten in Ruhe das Abendgebet. Mit dem eigentlichen Hauptgang wird dann gemeinsam begonnen.

Nach Ihrer Anmeldung suchen wir eine passende Gastgeberfamilie für Sie aus und informieren Sie über alle Details. Dabei gilt: Je flexibler Sie bei der Orts- und Datumswahl sind, desto schneller können wir eine Begegnung für Sie arrangieren.

Iftar-Zeiten

 

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